Otterzentrum Hankensbüttel
Aktion Fischotterschutz
PINK Planungsbüro
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Optimierung der Ernährung

Optimierung der Haltung einer bedrohten einheimischen Säugetierart am Beispiel der Ernährung des Eurasischen Fischotters (Lutra lutra)

Fischotter sind durch menschliche Einwirkungen wie Straßenverkehr, Umwelt­ver­schmut­zung und Zerstörung der Lebensräume selten geworden. Heute gehört er zu den am stärksten gefährdeten Säugetieren Europas. Viele Artenschutzprogramme auf nationaler und internationaler Ebene wurden zur Rettung des Fischotters ins Lebens gerufen. International wird der Fischotter u.a. in der Berner Konvention, im Washingtoner Artenschutzabkommen und in der EU-Fauna-Flora-Habitatrichtlinie auf höchster Stufe geschützt. Nationale Gesetze, wie das Naturschutzgesetz, gewähren ihm den höchsten Schutzstatus. Die deutsche „Rote Liste der gefährdeten Wirbel­tier­arten“ stellt ihn in die höchste Gefährdungskategorie als „vom Aussterben bedroht“.

Aufgrund der akuten Bedrohung im Freiland werden Fischotter weltweit in zoologischen Einrichtungen, in Verbindung mit speziellen Zucht­pro­gram­men, gehalten. So auch im OTTER-ZENTRUM der Aktion Fisch­ot­ter­schutz e.V., dem Standort des Projektes, in welchem alle Versuche durchgeführt werden. Hier werden die Otter, eingebunden in ein pä­da­go­gisches Konzept, einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. So werben die Tiere, ganz nach dem Leitsatz von Grzimek – „Der Mensch schützt nur das, was er kennt und er kennt nur, was er auch selbst gesehen hat“ – beim Publikum für die Er­hal­tung und den Schutz ihrer Art und ihres gesamten Le­bens­rau­mes. Aber nur durch eine er­folg­rei­che Zucht, welche eine optimale Haltung voraussetzt, können dem Besucher solche Werte vermittelt werden.

 

Ziel des Projektes ist die Ent­wick­lung eines optimalen Diätplanes für Fischotter in Gehegehaltung zur Verbesserung der Haltung dieser Tierart.

 

Die Gehegehaltung des Fischotters weist jedoch eine Vielzahl von Problemen auf. Die Zahl der gehaltenen Tiere, bei welchen die Herkunft bis zum Wildfang zurück zu ver­fol­gen sein muss um sie für die Zucht zu verwenden, ist relativ gering. Nur wenige Institutionen sind in der Lage, regelmäßig nachzuzüchten. Hinzu kommt ein niedriges durchschnittliches Lebensalter und das häufige Auftreten von ernährungsbedingten Krankheiten wie z.B. Nierensteine bei 69% der Gehegeotter.

 

Eine Verbesserung dieser Situation ist nur durch eine Optimierung der Haltung zu erreichen. Bei der Haltung spielt die Ernährung eine ganz essentielle Rolle. Sie beeinflusst ganz wesentlich wichtige Faktoren wie Aktivität, Wachstum, Gesundheit, Reproduktion und Überleben der Tiere. Tiere aufgrund von falscher Fütterung zu verlieren ist sowohl vom Artenschutzstandpunkt, als auch aus Sicht des Tierschutzes nicht länger akzeptabel.

Zur Entwicklung einer optimalen Otterdiät werden sowohl Methoden der Veterinärmedizin und der Chemie, als auch solche der Tiergarten- und Verhaltensbiologie herangezogen. Energetische Versuchsreihen werden über die quantitativen Anforderungen der Otter an die Nahrung Aufschluss geben. Die qualitativen Ansprüche werden durch die Berechnung der Nährstoffbedürfnisse ermittelt bzw. experimentell erforscht, wie z.B. der genaue Proteinbedarf eines Otters. Der Grad der Ausnutzbarkeit der Nahrung durch den Otter wird an Hand der Verdaulichkeit einer Diät ermittelt. Zu­sätz­lich wird geklärt, ob das stark verbreitete veterinärmedizinische Problem des re­gel­mäßigen Auftretens von Nierensteinen durch die Nahrung beeinflusst wird. Darüber hinaus werden präventive Maßnahmen in Hinblick auf die Ernährung zur Ver­hin­de­rung dieser Krankheit entwickelt und getestet.

 

Der so entwickelte neue Otterernährungsplan wird otterhaltenden Institutionen welt­weit zur Umsetzung an die Hand gegeben. Somit kann die Otterhaltung verbessert werden und zum Schutz dieser hochgradig bedrohten einheimischen Säugetierart beitragen.



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