Otterzentrum Hankensbüttel
Aktion Fischotterschutz
PINK Planungsbüro
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Haaranalyse

Differenzierungsmöglichkeiten für Otterarten anhand der Haar-Strukturen

Nach derzeitigem Kenntnisstand gibt es weltweit 13 Otterarten. Sowohl in Afrika, als auch in Asien und Lateinamerika überdecken sich teilweise die Verbreitungsgebiete der einzelnen Arten. So kommen beispielsweise in Teilen Asiens bis zu vier verschiedene Otterarten in der gleichen Region vor.

Da die meisten Otterarten dämmerungs- und nachtaktiv leben, sind Sichtbeobachtungen zu ihrer Identifizierung nur bei wenigen Arten möglich. In der Regel werden daher im Rahmen von Verbreitungserhebungen indirekte Nachweismethoden, insbesondere die Bestimmung von Kot- und Trittsiegelspuren, benutzt. Diese sind jedoch nur bedingt zuverlässig, da die Zuordnung dieser Art von Nachweisen zu den einzelnen Otterarten häufig nicht zweifelsfrei möglich ist.

Unter dem Mikroskop werden die unterschiedlichen Oberflächenstrukturen an der Basis (1), in der Mitte (2) und an der Spitze (3) der Haare der verschiedenen Otterarten deutlich (A: Eurasischer Fischotter, B : Riesenotter).

Zwar können inzwischen einige Arten durch genetische Untersuchungen anhand der DNA aus Körperzellen erkannt werden, die sie mit dem Kot ausscheiden. Bisher liegt die Erfolgsquote je nach Probenzustand und Erfahrungslevel des Labors bei 30-60 % der gesammelten Kotproben. Zudem ist dieses Verfahren relativ aufwendig und teuer und setzt eine entsprechende Labor-und Personalausstattung voraus.

Bei den Regionen, in denen sich Verbreitungsgebiete von Otterarten überlappen, handelt es sich zumeist um sogenannte Entwicklungsländer. In diesen sind in der Regel weder die technischen, noch die personellen oder finanziellen Voraussetzungen für den Einsatz dieser genetischen Untersuchungsmethode vorhanden. Daher müssen andere Verfahren entwickelt werden, Otterarten unter Feldbedingungen identifizieren und differenzieren zu können, um deren Verbreitung erfassen und darüber z.B. ihren Gefährdungsstatus bewerten zu können.

Eine Möglichkeit dazu sind sogenannte Haarfallen. Diese sind in der Regel mit Stacheln oder Klebstoffen ausgestattet, mittels derer dem Fell der wildlebenden Tiere Haare entnommen werden, ohne dass dazu das Tier selbst gefangen werden muss. Wenn man die entnommenen Haare untersucht, ist es möglich zu bestimmen zu welcher Tierart sie gehören. Die Haare aller Säugetiere weisen nämlich ganz artspezifische Strukturen, wie z.B. bestimmte Schuppenformen, auf.

Bisher liegen Beschreibungen bzw. Fotografien der Haarstruktur nur für einige wenige Otterarten und von diesen überwiegend nur für die Haare auf dem Rücken vor. Wenn man jedoch Ottern Haare per Haarfalle entnehmen will, dann kann man sich nicht sicher sein, von welcher Körperpartie diese stammen.

Im Rahmen dieses Projektes, werden die Haare der verschiedenen Otterarten unter dem Lichtmikroskop untersucht. Zunächst werden Haare von Eurasischen Fischotterfellen in Museen entnommen. Dabei wird untersucht, ob sich Unterschiede ableiten lassen, demnach z.B. Körperregion, Geschlecht, Alter oder Jahreszeit. Alle Haare werden unter dem Mikroskop untersucht, fotografiert, mittels eines Computerprogramms analysiert und verglichen. So wird am Ende ein Identifizierungsschlüssel erstellt, über den die einzelnen Otterarten bestimmt werden können.

Dazu werden verschiedene Modelle von Haarfallen konstruiert und in den Gehegen des OTTER-ZENTRUMS in Hankensbüttel und im Freiland installiert und getestet.

Sie wollen "die etwas andere Art des Naturschutzes" fördern und zur "Otter-Familie" dazugehören? Nichts leichter als das.